PETER FOELLER
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HISTORISCHES TEXTARCHIV · 2003

Das graphische Werk von Peter Foeller

Edda Kühn · 2003

Ausstellung Ozeana‚ Farbe im Fluß 2003 Das graphische Werk von Peter Foeller Edda Kühn

Die zeichnerische Linie, die Peter Foeller, dem 1945 geborenen Künstler, der in Berlin und auf Kreta lebt, als Ausgangspunkt dient, wird in seiner Bildwelt zum Raum. Sie wird in vielfältigster Weise gebrochen, so dass fast der Eindruck von Raumvegetation entsteht. Die nun versammelten verschiedenen Räume werden einer genauen malerischen und inhaltlichen Untersuchung unterzogen. Wichtig bei dieser oben so benannten Arbeit der Verfugung ist die Beziehung auf den Mythos. Denn die bei Foeller immer wieder auftauchenden Themen wie Schiff, Kreuz, Vogel in der Gestalt des Phönix sind nicht anders als als mythische zu denken. Die Wiederholung, das Sich-im-Kreis-Drehen, das Zyklische wird von Foeller als wichtiger Teil des Lebens begriffen. Denn dem, was nicht mehr gewusst wird, aber den unverzichtbaren Anteil des Symbols bildet, zur Anschauung zu verhelfen, ist sein Anliegen. In der Wiederholung, im Symbol liegt nicht nur das Leben, sondern auch der Tod. Diese Schreckensseite des Symbols ist ja eine weitgehend verdrängte, aber dessen ungeachtet eine existierende, die in seinen Arbeiten eine schöne Aufhebung erfährt. In einer kleinen, sehr beiläufigen, aber bewegenden Notiz hat er einmal geschrieben: „Und schliesslich ist der polare Gegensatz von Apollinischem und Dionysischem mein Element. Dass beide sich nicht feindlich ausschliessen sondern zusammen gehören und sich ergänzen, macht für mich das Positive und Hoffnungsvolle aus.“

Peter Foellers Ruhm ist vor allem mit seiner Grafik verbunden, die er seit den 70er Jahren selbst editiert. Er beherrscht die Umsetzung seiner Motive in Serigrafien mit bis zu 70 Farben inzwischen virtuos. Technisch sind seine Grafiken, die ausgestellt werden von einer Exaktheit und einem Nuancenreichtum, der überragende Drucker verlangt, die ähnlich besessen sind wie Foeller selbst. Der Berliner Maler stellt qualitativ preußische Ansprüche an sich und seinen handwerklich-technischen Helfer, den griechischen Drucker Evangelos Zachariadis, der auf der Insel Lesbos lebt und Foeller auch freundschaftlich verbunden ist.

Von den seit 1975 erschienenen 165 Grafiken werden 35 Grafiken aus den Jahren 1990 bis 2003 auf der Ozeana zu sehen sein.

Historischer Text aus dem archivierten Originaldokument. Die Zeilenumbrüche wurden für die Bildschirmdarstellung angepasst; der Inhalt wurde nicht redaktionell umgeschrieben.
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